Rahmenbedingungen
als Präsentation ▻Wie im Kapitel Das Web und HTML beschrieben gibt es viele verschiedene Ausgabegeräte für Webseiten. Für die Gestaltung des visuellen Layouts von Webseiten spielt dabei die die Auflösung und die Pixeldichte eine wichtige Rolle.
▻Auflösung
Hier ein Überblick über mögliche Bildschirm-Auflösungen:
basierend auf http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Vector_Video_Standards2.svg
Vergleichen Sie die höchsten hier dargestellte Auflösungen mit der geringsten Auflösungen. Da Breite und Höhe (mehr als) verdreifacht sind, steht bei der höchsten Auflösung also (mehr als) die neunfache Fläche zur Verfügung!
▻Die typische Auflösung hat sich über Jahre stark verändert. Diese Statistik von w3schools.org reicht von 2000 bis 2016. In diesem Zeitraum hat sich die Mehrheit langsam von 800x600 (bis 2003) auf 1024x768 (bis 2008) und schließlich auf höhere Auflösungen verschoben. Achtung: Das war bevor mobile Endgeräte wichtig wurden.

Pixeldichte
Die Angabe der Auflösung erfolgt in Pixel – die reale Größe des Ausgabegerätes (24“ Desktop, 13“ Laptop, mobiles Endgerät) ist bei gleicher Pixel-Auflösung sehr unterschiedlich! Mobile Geräte haben oft eine höhere Pixeldichte:
| Gerät | Erscheinungsjahr | Pixel | Diagonale Inch | Pixel per Inch |
|---|---|---|---|---|
| Altes 19” LCD Display | 2008 | 1280 × 1024 | 19 in | 86 ppi |
| 15” Macbook Pro | 2007 | 1440 × 900 | 15.4 in | 110 ppi |
| Sony PSP 7th gen | 09/2005 | 480 × 272 | 4.3 in | 128 ppi |
| Apple iPhone3 | 06/2009 | 480 × 320 | 3.5 in | 163 ppi |
| 15” Macbook Pro ‘Retina’ | 06/2012 | 2880 × 1800 | 15.4 in | 220 ppi |
| Apple iPhone4 | 06/2010 | 960 × 640 | 3.5 in | 326 ppi |
| Apple iPad 3rd gen | 03/2011 | 2048×1536 | 12 in | 264 ppi |
| Apple IPhone7 | 10/2016 | 1334×750 | 4.7 in | 326 ppi |
| Amazon Kindle Paperwhite | 12/2012 | 768×1024 | 6 in | 212 ppi |
| ASUS Zenbook UX305 | 04/2015 | 3200 x 1800 | 13.3 in | 577 ppi |
| Google Nexus One | 1/2010 | 800 × 480 | 3.7 in | 254 ppi |
| Samsung Galaxy S7 | 2/2016 | 2560×1440 pixel | 5.1 in | 577 ppi |
| 12” Macbook ‘Retina’ | 03/2015 | 2304 × 1440 | 12 in | 226 ppi |
Hier findet man einen Faktor 6 zwischen hächster und geringster Pixeldichte.
Mit mydevice.io kann man den aktuellen Browser vermessen. Dort gibt es auch eine ausführlichere Liste von aktuellen Geräten.
▻Brutto-Fläche vs. Netto-Fläche
Von diesen „Brutto-Angaben“ über die Größe der zur Verfügung stehenden Fläche sind nun noch der Platz für den Fensterrahmen des Browsers, für Scrollbalken, Symbolleisten, und eventuell eingeblendete Favoritenleisten abzuziehen, um den „netto“ verbleibenden Raum für die Gestaltung der Webseite zu erhalten.
▻Umgang mit der Problematik
Wie gehen WebdesignerInnen mit den verschiedenen Auflösungen und Pixeldichten um? Ein paar Varianten:
- Ignorieren und für die eigene Bildschirmauflösung entwerfen. Manchmal in Kombination mit der Beschriftung „best viewed at 1600x1200“
- Ignorieren dass es viele Bildschirmauflösungen gibt, und für das Minimum entwerfen.
- Zwei oder drei Entwürfe, die den gleichen Inhalt für verschiedene Auflösungen unterschiedlich darstellen.
Dazu ein strenges Urteil:
- ist völlig inadäquat für das Medium Web. „best viewed“ ist eine Zumutung für alle LeserInnen auf “unpassenden” Ausgabegeräten. Stellen Sie sich vor, am Eingang eines Gebäudes wäre neben der Treppe ein Schild angebracht „nur benutzbar für Leute die Treppen steigen können“. Das Problem wurde erkannt, und absichtlich nicht gelöst?
- Zeigt schon ein Minimum an Wissen über das Web, ignoriert aber die gestalterische Herausforderung des Mediums. Weil solch ein Entwurf auf einem Bildschirm mit hoher Auflösung sehr klein auf einer großen leeren Fläche erscheint wird es spöttisch „Briefmarkenlayout“ genannt.
- Nur das verdient wirklich die Bezeichnung „Webdesign“.
Im nächsten Kapitel werden mit “Responsive Design” und “Responsive Images” die aktuellen Antworten im Web Design vorgestellt.
